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Starkes Schwitzen: Welches Deo nehmen?

Spray, Creme, Roller oder Salzkristall – Deos gibt es viele. Welches ist hautschonend, welches besonders effektiv? Hautarzt Dr. Gunnar Wendt stellt die verschiedenen Varianten vor
von Sophie Kelm, aktualisiert am 22.08.2016

Effektiv: Deoroller können das Schwitzen vermindern

Shutterstock/Alliance

Der Sommer soll nach Rosen, Sonnenmilch und Eiscreme duften. Damit das blumige Potpourri auch an heißen Tagen nicht durch olfaktorische Störfaktoren verunglimpft wird, haben gewiefte Menschen Deodorants erfunden.

"Deodorant ist ein großer Überbegriff, er umfasst verschiedene Wirkungsweisen", erklärt Dr. Gunnar Wendt, Hautarzt aus Hamburg. Einige Deos verhindern die Entstehung von Achselschweiß, andere unterbinden die Geruchsbildung.

Antitranspirantien:

Deos, die Schweißflecken verhindern sollen, enthalten Aluminiumsalze. Der Wirkstoff zieht die Schweißporen zusammen. "Am besten lässt man Antitranspirantien über Nacht einwirken, so arbeiten sie am effektivsten", rät Wendt.

Dr. Ariane Lenzner vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erklärt: "Bei der Verwendung aluminiumhaltiger Antitranspirantien kann ein Anteil des Leichtmetalls in den Körper eindringen. Ob dadurch das Risiko für Brustkrebs oder Demenz steigt, ist bisher nicht belegt." Laut BfR stehen bei der Betrachtung des Gefährdungspotenzials von Aluminium Wirkungen auf das Nervensystem, auf die Fruchtbarkeit und ungeborenes Leben, sowie Effekte auf die Knochenentwicklung im Vordergrund. Wendt rät: "Wer nicht darauf verzichten möchte, sollte sein Antitranspirant nur einmal wöchentlich auftragen und nicht gleich nach der Rasur."

Aluminiumhaltige Deos aus der Drogerie sind häufig recht niedrig konzentriert. Der Vorteil: Sie sind gut verträglich und reizen die Haut normalerweise nicht. Der Nachteil: Sie können die Schweißproduktion nur beschränkt reduzieren. Manche Menschen benötigen stärkere Aluminium-Deos, weil sie viel schwitzen. Die Apotheke kann sie auf Nachfrage anfertigen. Lassen Sie sich dort aber vorab beraten oder sprechen Sie mit dem Arzt darüber.

Tipp: Zusätzlich zu einem Antitranspirant, das man einmal pro Woche nachts aufträgt, kann man tagsüber ein klassisches Deo benutzen.

Geruchsneutralisierer:

Diese Wirkung kann auf unterschiedlichen Wegen erzielt werden. Zum einen können Duftstoffe den unangenehmen Geruch übertünchen. Es gibt keinen Geruch, der besonders effektiv oder schlecht ist. Männerdeos riechen in der Regel anders als Frauenprodukte – wie bei Parfüms.

Ein anderer Ansatz rückt den Bakterien in der Achselhöhle zu Leibe. Diese verursachen beim Verstoffwechseln des Achselschweißes den typisch stechenden Geruch. "Durch einen veränderten pH-Wert unter der Achsel versucht man die Bakterien einzudämmen", so Wendt. Männerachselhöhlen haben von Natur aus einen etwas saureren pH-Wert als die von Frauen und auch eine andere Bakterienbesiedlung. Daher ist es am effektivsten, wenn Männer Männerdeos anwenden und Frauen Frauendeos.

Tipp: Selbstverständlich gibt es auch Deos, die sowohl schweißhemmend wirken als auch angenehm duften.

Dr. Gunnar Wendt
W&B/Privat

Unser Experte:

Dr. Gunnar Wendt ist Hautarzt in Hamburg. Er betreibt mit zwei Kollegen eine Gemeinschaftspraxis und ist Experte auf dem Gebiet Hyperhidrosis, dem übermäßigen Schwitzen.



Bildnachweis: Shutterstock/Alliance, Mauritius/Simone Fichtl, iStock/Photomak, Thinkstock/Pixland, W&B/Privat, iStock/Svetkid/RYF, Panthermedia/Norma Cornes/RYF

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